Gummimotor: Modellfluggruppenleiter Helmut Richter beim Aufziehen. Das Gewicht des verwendeten Gummis darf nicht größer als 30 Gramm sein

Meisterhafte Modellflieger

Bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Flugplatz in Fritzlar siegt LVA-Mitglied Roland Eisen in der sogenannten Wakefield-Klasse. Seinen Erfolg wird er bei den darauf folgenden DM sogar wiederholen können: In Kassel-Waldau führt er ebenfalls in der Wakefield-Klasse und startet 1963 sogar bei der WM in Wiener Neustadt.

Wanderzirkus LVA, Teil I

Im Februar 1956 übernehmen belgische Militärflieger den Flugplatz Merzbrück. Bereits zwei Jahre zuvor hatte die Besatzungsmacht das Gelände offiziell beschlagnahmt und mit dem Bau von Kasernen und anderen militärischen Gebäuden begonnen. Nun zieht das 1. Belgische Fliegercorps zwecks Flugtraining mit einige Piper Pa18 ein, später folgt eine Hubschrauberstaffel. Zunächst bleibt die zivile Nutzung des Platzes erlaubt, doch wenige Monate darauf entzieht der belgische Kommandant die Genehmigung – „ohne Begründung“. Die Vereine am Platz sehen sich genötigt, sich nach anderen Möglichkeiten umzuschauen, um in der Region in die Luft zu kommen.

Seilwinde, Marke Eigenbau

Motorflug und damit Flugzeugschlepp ist weiterhin verboten und wird erst 1955  wieder erlaubt werden. Gummiseilstarts wiederum sind mangels ausreichendem Gefälle in Merzbrück recht freudlos. Eine Seilwinde muss her! Aber wie das Meiste in der Nachkriegszeit, gibt es Winden nicht von der Stange zu kaufen, sie muss in Eigenleistung gebaut werden.

Es geht wieder los!

Merzbrück wird vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr NRW für Segelflug zugelassen. Die Flugwissenschaftliche Vereinigung (FVA) pachtet das Gelände und beginnt zusammen mit Mitgliedern des LVA und anderen Vereinen, den Schutt der zerstörten Startbahnen zu beseitigen. Eine Halle oder andere Gebäude existieren nicht mehr. Als Provisorium wird eine sogenannte Nissenhütte aufgebaut.

„Heimweh nach Freiheit“ – Der neue LVA

Wiedergründung des LVA im Restaurant „Aachener Bürgerbräu“, diesmal als Luftsport-Verein Aachen e.V. Bereits am Gründungsabend unterschreiben 68 Interessenten die Beitrittserklärung. In den kommenden Monaten wird die Zahl der Mitglieder auf 194 ansteigen. Allerdings müssen sie sich noch in Geduld üben, denn jenseits von Modellflug ist die Fliegerei im Nachkriegsdeutschland verboten.

Kriegsjahre

Mit Kriegsbeginn ist die private, zivile Luftfahrt praktisch untersagt. Der Flugplatz Merzbrück wird vom Reich beschlagnahmt und zum Feldflughafen erklärt. Auch eine Flugabwehrstellung wird dort eingerichtet. Kommandant des Flugplatzes wird später der erste Nachkriegs-Vorsitzende des LVA.

Braune Zeiten: Das Ende des Luftfahrt-Vereins

Der LVA verliert seine Selbständigkeit und wird in den neu gegründeten Deutschen Luftsportverband (DLV) eingegliedert. 1937 wiederum wird der DLV in das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) überführt werden. Widerstand gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung ist nicht überliefert. Offiziell begrüßt der LVA sogar diese Entwicklung.

Ein Riese in Merzbrück

Beim Besuch der Junkers G38 kommt es zu tumultartigen Szenen, als tausende Zuschauer das Vorfeld stürmen, um in die Nähe des größten Flugzeugs der Welt zu gelangen: 44 Meter Spannweite, 7 Mann Besatzung für 34 Fluggäste, die zum Teil in den Tragflächen unterkommen – mit sensationellem Panoramablick nach vorn. Luxuriös ausgestattet, verfügt der „Luft-Goliath“ sogar über einen Rauchersalon. Eingefädelt hat die Stippvisite des „Luft-Goliaths“ Konstrukteur Hugo Junkers persönlich.

Flugzeug vor Schafherde: Die Junkers F13 auf dem Flugplatz Merzbrück. Die Konstruktion aus dem Jahr 1919 war nicht nur das erste Ganzmetallflugzeug der zivilen Luftfahrt, sondern auch das Arbeitstier der frühen Lufthansa. Ein knappes Drittel der Flugzeugflotte von 162 Maschinen im Gründungsjahr 1926 entfällt auf diesen Flugzeugtyp, insgesamt 47 Maschinen. (Foto: Archiv Forschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH, SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Verkehrsfluglinie Nr. 81: Von Aachen aus in die Welt

Mit Beginn ihres Sommerflugplans eröffnet die Deutsche Lufthansa ihre Verkehrsfluglinie Nr. 81, einen täglichen Zubringerdienst von Aachen zum „Kölner Zentralflughafen“. Der Ticketpreis für den 25-minütigen Flug beträgt übersichtliche 10 Reichsmark (etwa 65 Euro in heutiger Kaufkraft), ermäßigt auf 8 Mark bei Weiterflug zu einem anderen Ziel – das alles inklusive motorisiertem Flughafentransfer von und nach Aachen. Allerdings wird darum gebeten, größeres Gepäck separat mit der Bahn zu versenden…

Chronik Einleitungsbeitrag

Diese Seiten befinden sich im Aufbau und werden laufend ergänzt. Alle Daten, Fakten und Geschichten sind sorgfältig recherchiert und geprüft, allerdings bei teils schwieriger Quellenlage. Wie immer in solchen Fällen, …