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1962

Rückkehr nach Merzbrück

Die „Motte“ ist ein geliebtes Flugzeug, sie wird gehegt und gepflegt – das muss sie auch, denn der alte Holz-Doppeldecker aus den 1940ern ist im Vergleich zu jüngeren Ganzmetallflugzeugen ein wartungsintensives Schätzchen. Links mit Zigarette im Mundwinkel: Christian Landmesser  (Foto: Günther Lücker. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)
Die „Motte“ ist ein geliebtes Flugzeug, sie wird gehegt und gepflegt – das muss sie auch, denn der alte Holz-Doppeldecker aus den 1940ern ist im Vergleich zu jüngeren Ganzmetallflugzeugen ein wartungsintensives Schätzchen. Links mit Zigarette im Mundwinkel: Christian Landmesser (Foto: Günther Lücker. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Es sind zwar keine biblischen 40 Jahre, die das Fliegervolk heimatlos durch die Wüste irrt, aber immerhin sechs. Doch nun geht es endlich zurück! Der LVA ist spät dran, andere Vereine wie die Akaflieger von der FVA haben schon vor Jahren mit den Belgiern entsprechende Vereinbarungen getroffen. Dem LVA aber fehlte bis dahin die wichtigste Voraussetzung: eine Schleppmaschine, denn Windenbetrieb ist nach wie vor verboten auf Merzbrück. Zunächst mit einer geliehenen, dann mit einer eigenen Tiger Moth nimmt der Verein den regulären Schul- und Flugbetrieb wieder auf.

Auch die Beziehung zur Belgischen Basatzungsmacht haben sich deutlich entspannt. Der Grund für die Vertreibung der Kinder Israels ist zwar nicht vergessen – siehe das Verbot von Windenbetrieb – aber offenbar ist der Platzkommandant inzwischen milder gestimmt. Soweit sogar, dass die Belgier wochenends mit Rettungsschirmen aushelfen, denn die sind mittlerweile Pflicht geworden, erinnert sich Manfred Schultz: „Vor Flugbetrieb fuhren wir dann mit den Fahrrädern zur belgischen Wache, schnallten uns die Schirme an und fuhren zurück zum Start.“

Motte auf dem Rücken. Zeitungsausriss, Datum und Quelle unbekannt (Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)
Motte auf dem Rücken. Zeitungsausriss, Datum und Quelle unbekannt (Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Allerdings ist das Fliegerglück von kurzer Dauer: Wenige Wochen nach dem Kauf der DeHaviland Tiger Moth bricht im Flug die Kurbelwelle zwischen Motorblock und Propellerflansch, der Propeller wird fort geschleudert. Beim Landeversuch auf einem platznahen Acker überschlägt sich die Tiger Moth. Der Pilot bleibt glücklicherweise unverletzt, aber die Maschine ist ein Totalschaden. Ersatz kommt einige Monate später: wiederum eine „Motte“.

Die Ära Tiger Moth dauert allerdings nur wenige Jahre: Nach der Bildung der „Beschaffungsgruppe Schleppflug“ werden die beiden Tiger Moths des LVA 1965 für die Anschaffung einer Piper PA-18 (D-EGCI) verkauft.1982 wird auch sie ersetzt, und zwar durch die französische Robin DR-400, Spitzname Remorqeur (Schlepper), bei Schlepppiloten äußerst beliebt wegen ihrer Zuverlässigkeit und hervorragenden Sicht aus dem vollverglasten Cockpit.

Das gilt auch für ihren Nachfolger, eine verbesserte Remo. Von 1998 an erweist sie den Aachener Fliegern treue Dienste als Schleppmaschine und wird auch von den Motorflugpiloten des Luftsportvereins gerne genutzt. 2024 wird schließlich die Ära der Schleppmaschinen mit E-Kennung zu Ende gehen und mit der zweisitzigen Bristell Classic 916 ein Ultraleicht die Funktion der Vereinsschleppmaschine übernehmen.

Neugier: Die neue Piper PA-18 vor der Landeshalle, umringt von Vereinsmitgliedern. Im Vordergrund eine der beiden Tiger Moths, die durch das neue Schleppflugzeug ersetzt werden. (Foto: Günther Lücker)
Neugier: Die neue Piper PA-18 vor der Landeshalle, umringt von Vereinsmitgliedern. Im Vordergrund eine der beiden Tiger Moths, die durch das neue Schleppflugzeug ersetzt werden. (Foto: Günther Lücker)