1926
Das Jahr der Gründung
Der Luftfahrt-Verein Aachen gründet eine sogenannte Flugübungsstelle und schafft dafür eine einmotorige, zweisitzige Klemm L25a an. Als Fluglehrer wird der junge Flugpionier Richard Perlia angestellt. Der ist in Aachen bald bekannt wie ein bunter Hund, fliegt mit der kleinen 20-PS-Klemm bis zur Zugspitze und wird später als Testpilot noch für Aufsehen sorgen.
Der Luftfahrt-Verein Aachen hat sich nicht nur die Errichtung eines Flughafens auf die Fahnen geschrieben. Sein Segelflugausschuss fördert auch neue Flugzeugkonstruktionen. Hierfür rekrutiert er 1929 Hermann Mayer, einen jungen Assistenten am Aerodynamischen Institut der RWTH, und beauftragt ihn mit dem Bau eines einfachen, billigen Segelflugzeuges. Die Maschine mit der Bezeichnung M1 wird in der Institutswerkstatt gefertigt, von Mitgliedern der LVA-Segelfluggruppe. Die Leistungen des Einsitzers können sich durchaus sehen lassen, wie Mayer beim jährlichen Rhönwettbewerb auf der Wasserkuppe zeigen kann.
Auf die feierliche Eröffnung des „Aachener Flughafens“ durch lokale Würdenträger und Segnung der Anlage durch die Geistlichkeit folgt ein spektakuläres Flugprogramm mit Fallschirmsprüngen, Luftwettrennen, Kunstflugvorführungen und Geschicklichkeitsprüfungen. 20.000 Aachener sind dafür nach Merzbrück geströmt. Vom Publikum besonders gefeiert werden zwei weibliche Piloten
Unter großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit heben flugbegeisterte Aachener den Luftfahrt-Verein Aachen e. V. (LVA) aus der Taufe. Der neue Club trifft einen Nerv, denn „Fliegen tut Not“, wie es in einem Presseartikel heißt: Luftfahrt ist d i e Zukunftstechnologie, die „Eroberung des freien Luftmeers“ das Gebot der Stunde. Noch am Gründungsabend hat der neue Verein 150 Mitglieder, binnen Wochen sind es 400. Im Vorstand finden sich zahlreiche bekannte Namen der Aachener Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter ein Nadelfabrikant, ein Rennwagen-Hersteller, ein Bankdirektor, ein stellvertretender Polizeipräsident und ein hoch dekorierter Weltkriegsadmiral. Die hohe Dichte an Lokalprominenz ist kein Zufall. Denn es geht nicht allein um die organisatorische Heimat von ein paar spinnerten Hobbypiloten, sondern um handfeste Wirtschaftsinteressen.
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