1. Mai
Verkehrsfluglinie Nr. 81: Von Aachen aus in die Welt
Aachen als Teil des deutschen und internationalen Linienverkehrs – das war eines der wichtigsten Ziele, die sich der Luftfahrt-Verein Aachen bei seiner Gründung gesetzt und kräftig dafür geworben hat. Fünf Jahre später scheint es endlich soweit zu sein: Am 1.5.1931 eröffnet die Lufthansa die Verkehrsfluglinie Nr. 81 (Aachen-Köln-Aachen). Der Westdeutsche Beobachter stellt zufrieden fest, dass dieser Tag „unserer Vaterstadt endlich den ersehnten Anschluß an das europäische Luftverkehrsnetz“ gelungen sei.


Zum Auftakt am 1. Mai hat die Lufthansa eines ihrer größten Passagierflugzeuge geschickt, eine dreimotorige Junkers G24, das neben den beiden Piloten sage und schreibe 9 Passagiere aufnehmen kann. Der routinemäßige Flugverkehr wird aber von einer Junkers F13 bestritten – offenbar ist die Nachfrage eher überschaubar, so dass die vier Passagiersitze des ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeuges ausreichen.
In den ersten Jahren verkehrt der Liniendienst nur in den Sommermonaten, erst 1934 wird auf ganzjährigen Betrieb umgestellt. Profitabel ist die Strecke allerdings nie, die Städte Aachen und Köln, der preußische Staat sowie die Industrie- und Handelskammer übernehmen einen Großteil der Betriebskosten. Daran ändern auch Werbekampagnen nichts, wie solche in „Bad Aachen“, der städtischen Kurzeitung, in der regelmäßig Anzeigen erscheinen.
![Werbung für den Lufthansa-Service zwischen Aachen und Köln. Regelmäßig erschienen Anzeigen wie diese in der städtischen Kurzeitung „Bad Aachen“, um die mangelnde Auslastung der Flugzeuge zu erhöhen. (Quelle: Stadtarchiv Aachen, CZ100 [1931])](http://www.lv-aachen.de/wp-content/uploads/2026/06/016-Sommerflugplan-1931-Lufthansa-Kurzeitung-Bad-Aachen-1920x615.jpeg)
Wie lang die Lufthansa die Strecke Aachen-Köln betreibt, ist unklar. Trotz mehrfacher Anfragen sah sich das Lufthansa-Archiv nicht in der Lage, dazu eine Auskunft zu erteilen oder überhaupt nur zu antworten. Offenbar bleibt die Verkehrsfluglinie Nr. 81 trotz aller finanzieller Förderung unrentabel und wird irgendwann eingestellt. Vermutlich liegt der bereits etablierte Großflughafen in Köln-Butzweilerhof zu nah, um einen Zubringerdienst rentabel zu betreiben und andere Destinationen sind schlicht zu wenig gefragt.
Der ursprüngliche Traum des LVA jedenfalls , ein ganzes Netz von Linienflügen von und nach Aachen zu spinnen und die alte Kaiserstadt damit an den nationalen und internationalen Flugverkehr anzuschließen, ist damit ausgeträumt.


Quellen:
Kurzeitung Bad Aachen, Stadtarchiv Aachen, CZ100 [1931]
Westdeutscher Beobachter vom 31.10.1934
Echo der Gegenwart vom 31.10.1931
