Kriegsjahre
Gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wird Merzbrück durch das Deutsche Reich beschlagnahmt. Als die Wehrmacht wenige Monate später mit dem Überfall auf Belgien und die Niederlande ihren Westfeldzug beginnt, nehmenLuftwaffenverbände den Platz in Besitz („Militärischer Einsatzhafen 2. Ordnung“). Die für das „ständige Luftwaffenkommando“ notwendigen 6–8 Soldaten werden vom Flugplatz Köln-Butzweilerhof gestellt. Ab Mai 1940 fliegen Sturzkampfbomber des Typs Ju 87B und Do-17-Bomber von Merzbrück aus Angriffe auf Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich. Auch eine Gruppe des Lehrgeschwaders 1 ist hier stationiert.
Als Stabsoffizier der Luftwaffe wird Ewald König hierher abkommandiert und später Kommandant des Ausweichlandeplatzes. Der Aachener Apotheker und Hauptmann der Reserve war 1926 Gründungsmitglied des Luftfahrt-Vereins Aachen und wird nach dem Zweiten Weltkrieg erster Vorsitzender des wieder gegründeten LVA werden.

Schon im ersten Weltkrieg diente Merzbrück als militärischer Luftstützpunkt für Angriffe an der nahen Westfront. Von 1914 an bezog die Feldflieger-Abteilung 9 des Kölner Fliegerbataillons hier Quartier mit einer Staffel Rumpler Tauben. (Hierüber gibt es unterschiedliche Angaben. Manche Quellen verorten den Feldflughafen in Aachen-Forst. Auch dies scheint nicht unplausibel, hatten doch die ersten Flugversuche in den Jahren 1909/10 in der Brander Heide stattgefunden. Irgendwann im Laufe des Ersten Weltkrieges aber muss Merzbrück zum Flugfeld geworden sein, denn die belgischen Besatzer haben ihn nach 1918 beschlagnahmt und zum Militärflughafen ausgebaut.)
Während der alliierten Bombenkampagnen in den Jahren 1941 bis 44 wird der Platz offenbar mehrfach ins Visier genommen, wie Luftaufnahmen der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigen. Die Kämpfe im äußersten Westen des Deutschen Reiches enden bereits im Oktober 1944 mit der Einnahme Aachens durch die US-Armee. Im Januar 1945 wird der Merzbrück von amerikanischen Pionieren so ausgebaut, dass ab März dort Jagdbomber stationiert werden können.

Die amerikanische Besatzung bleibt eine kurze, zweimonatige Episode: Drei Tage nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands endet die Belegung durch die US Air Force im Mai 1945. Es übernehmen: die örtlichen Landwirte. In einer militärisch-knappen Notiz („to whom it may concern“) teilt das Hauptquartier der US-Militärregierung für Aachen mit, dass das Flugfeld zur „landwirtschaftlichen Bestellung freigegeben ist. Die ansässigen Bauern machen davon offenbar reichlich Gebrauch.
