Meisterhafte Modellflieger

Bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Flugplatz in Fritzlar siegt LVA-Mitglied Roland Eisen in der sogenannten Wakefield-Klasse. Seinen Erfolg wird er bei den darauf folgenden DM sogar wiederholen können: In Kassel-Waldau führt er ebenfalls in der Wakefield-Klasse und startet 1963 sogar bei der WM in Wiener Neustadt.
Wie bei den großen Flugzeugen auch, gibt es im Modellbau eine ganze Reihe unterschiedlicher Klassen, von Freiflug-, Fessel- und Fernlenkmodellen (F1 bzw. F2 und F3) über Aerostatmodelle (Ballone und Luftschiffe: F7) bis zu Raketen (S). In der LVA-Modellfluggruppe werden Modelle aus fast allen Bereichen gebaut und geflogen. Bei der Wakefield-Klasse, in der Roland Eisen antrat, handelt es sich um 200-300 Gramm leichte Freiflug-Modelle mit Gummi-Aufziehmotor (F1B). Der aufgedrehte Gummistrang treibt beim Start einen Klapppropeller an, der sich beim Nachlassen der Gummikraft strömungsgünstig an den Rumpf anlegt. Nach Ablauf einer voreingestellten Zeit (meist 180 Sekunden) wird das Höhenleitwerk hochgeklappt und wirkt so als Thermikbremse. Das Modell sinkt dadurch wie ein Blatt zu Boden.

Seine Erfolge hat er wesentlich auch der Förderung von LVA-Gründungsmitglied Helmut Richter zu verdanken, der in den frühen Fünfzigern die Leitung der Modellfluggruppe des Vereins übernahm – und das für mehr als 30 Jahre. Richter bemühte sich besonders um die Modellbau-Jugend, wobei die enge Zusammenarbeit mit dem Couvengymnasium sehr geholfen hat: In den Kellerräumen des Gymnasiums konnte in den frühen Sechzigern eine gut ausgestattete Werkstatt eingerichtet werden, die bis heute besteht und von den Modellfliegern genutzt wird. Die ursprüngliche Idee, über die „Einstiegsdroge“ Modellbau Schüler für den Segelflug zu rekrutieren, funktionierte allerdings nicht so richtig. Bis auf wenige Ausnahmen blieb die gegenseitige Durchdringung von Modell- und Segelfliegern aus.

