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1953

Seilwinde, Marke Eigenbau

Motorflug und damit Flugzeugschlepp ist weiterhin verboten und wird erst 1955  wieder möglich sein. Gummiseilstarts wiederum sindmangels ausreichenden Gefälles in Merzbrück ein recht freudloses Unterfangen. Eine Seilwinde muss her! Winden gibt es zwar zu kaufen, aber dazu fehlt das Geld. Also wird sie in Eigenleistung gebaut.

Helmuth Schultz auf der ersten LVA-Winde in den 1950ern, sein Sohn Manfred sitzt heute, 70 Jahre später, wieder auf der Winde (Foto: Günther Lücker. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Eine Mannschaft aus Josef Schröder, Heinz Peters, Günther Lehmann und Helmuth Schultz macht sich 1953 ans Werk. Sie konstruieren die Winde so, dass sie von Hand bewegt werden kann: als kleine Eintrommelwinde und auf einem Anhänger. Vor und nach dem Flugbetrieb muss die Winde per Muskelkraft über die Landstraße zum Einsatzort geschoben und gezogen werden (und danach wieder zurück). Auch der Seilauszug erfolgt manuell. Der Grund: Erst gibt es keinen Lepo, und als es einen gibt, verbietet das Belgische Militär als Platzherr das Befahren mit dem Auto.

Weil das alles auf die Dauer recht mühsam ist, entwickeln Studenten der FVA für ihre eigene Winde eine Seilrückholanlage, im Prinzip eine Winde für die Winde: Ein dünnes Stahlseil wird vorn am Fallschirm des Windenseils eingehakt. Beim Start wird es ausgezogen und, sobald der Schirm am Boden ist, vom Start aus auf eine Trommel aufgespult, das Startseil so zurück gezogen. Das spart viel Laufarbeit, ist aber im regulären Betrieb reparaturanfällig und kostet durch das zusätzliche Gewicht Schlepphöhe. Es ist nicht ganz klar, wie lang die Seilrückholwinde eingesetzt wird, aber offensichtlich setzt sie sich nicht durch.

In den folgenden Jahren wird die Winde – wie das Fluggerät – von allen Vereinen am Platz gemeinsam genutzt.

Handarbeit: Seilmannschaft 1953. Das Windenseil muss per Hand ausgezogen werden, weil autos den Flugplatz nicht befahren dürfen. ( Foto: Luftsportverein Aachen e.V. Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)