Training für die Jugend: Aachen wird Landesleistungsstützpunkt für Segelflug

An 74 Flugplätzen in Nordrhein-Westfalen wird Segelflug betrieben, lediglich 9 davon sind Landesleistungsstützpunkte für Spitzensport. Linksrheinisch gab es viele Jahre lang keinen einzigen – bis 2005. Danach begann in Merzbrück eine Erfolgsgeschichte der fliegerischen Nachwuchsförderung. In den zwei Jahrzehnten seines Bestehens hat der Landesleistungsstützpunkt Aachen eine ganze Reihe von Meisterschaftsteilnehmern auf nationaler und internationaler Ebene hervor gebracht.

Luftfahrt tut Not! 100 Jahre LVA 1926 – 2026

Vor 100 Jahren gründeten Aachener Unternehmer, Wissenschaftler und Flugbegeisterte den Luftfahrt-Verein Aachen – kurz LVA. Ihr Ziel: Aachen an das internationale „Luftmeer“ anzuschließen und Merzbrück zum Flugplatz der Region zu machen. Mit Flugtagen, einer eigenen Flugschule, der Lufthansa-Verbindung nach Köln und dem selbst entwickelten Segelflugzeug M1 wurde der LVA zum Motor der Aachener Luftfahrt. Doch auf den Aufbruch folgten Gleichschaltung, Krieg und das Ende der zivilen Fliegerei. Nach 1945 begann der mühsame Neubeginn – und die Geschichte des LVA ging weiter.

Manfred Dick – Der 1000-Kilometer-Traum

Vom Flugplatzkind zum jüngsten deutschen Meister in der Offenen Klasse: Manfred Dick verkörpert eine Generation von Segelfliegern, die mit persönlichem Einsatz, guten Freunden und außergewöhnlichem Ehrgeiz die Grenzen des Machbaren verschob. 1990 gelang ihm von Aachen-Merzbrück aus der zweite 1000-Kilometer-Flug von deutschem Boden aus, der auch hier wieder endete. In der Reihe „Flug-Zeugen“ erinnert sich der gebürtige Aachener an seine Anfänge, die legendäre „Gräfin“ und spricht über sein Engagement zur Förderung der nächsten Generation Segelflieger.

Aufstieg in die Bundesliga

An die Spitze schafft man es mit Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Ausdauer – oder man stolpert einfach hinein. So passierte es den Leistungspiloten des Segelflugzentrums Aachen (SFZ) kurz vor Schluss der Bundesliga-Wettbewerbssaison 2022. Seitdem behauptet sich das SFZ Jahr für Jahr stabil unter den Top 10 der Tabelle – und das gegen eine äußerst starke Konkurrenz.

(Foto: Rudolf Mathar)

Rudi Mathar – Der Fluglehrer-Lehrer

Im Porträt der Reihe „Flug-Zeugen“ erzählt Rudolf „Rudi“ Mathar von einem halben Jahrhundert Vereins- und Flugplatzgeschichte: vom improvisierten Clubheim in einem Eisenbahnwaggon über die ersten Kunststoffsegler bis zum Ausbau von Aachen-Merzbrück zum Forschungsflugplatz – und zur Elektrowinde, die den Segelflug wirtschaftlicher, leiser und nachhaltiger macht.

Herbert Schütz: „Wenn das Wetter gut ist, muss ich fliegen“

Vom ersten Papierflieger und selbstgebauten Modell bis zu den französischen Alpen: In der Reihe „Flug-Zeugen“ erzählt Herbert Schütz von mehr als sechs Jahrzehnten Segelflug. Er berichtet von den Anfängen im Modellbau, den ersten Allein- und Überlandflügen und zahlreichen Außenlandungen. Außerdem geht es um die Faszination des Hochgebirges, die Arbeit als Werkstattleiter und die Frage, wie lange man fliegen sollte.

Günther Lücker – Vom Kohlenschacht in den Himmel

In der ersten Folge der Reihe „Flug-Zeugen“ erzählt LVA-Mitglied Günther Lücker von seiner Entdeckung der Segelfliegerei als 15-jähriger Bergmann-Lehrling Mitte der 1950er Jahre, der damals eher lockeren Ausbildung, von seinen ersten Überlandflügen im „L-Spatz“, seinen Erlebnissen mit Flugdrachen und beim Paragliding und seinen Stolz, als seine Tochter ihren ersten Alleinflug im Segelflugzeug machte. 66 Jahre lang flog Günther alles, was in der Sportfliegerei Flügel hat.

Der Kameramann des BRF filmt die Landung von Flugschüler Florian Dahlen in Merzbrück (Quelle: Luftsportverein Aachen e.V.)

100 Jahre LVA im Belgischen TV

Ein Fernsehteam des Belgischen Rundfunks (BRF) hat das Jubiläum des LVA zum Anlass genommen, beim Windenbetrieb in Merzbrück zuzuschauen und Interviews zu führen. Die Protagonisten des Beitrags: LVA-Veteran und Chef-Windenfahrer Manfred Schultz und Flugschüler Florian Dahlen aus dem belgischen Eupen.