100 Jahre LVA im Belgischen TV

Ein Fernsehteam des Belgischen Rundfunks (BRF) hat das Jubiläum des LVA zum Anlass genommen, beim Windenbetrieb in Merzbrück zuzuschauen und Interviews zu führen. Die Protagonisten des Beitrags: LVA-Veteran und Chef-Windenfahrer Manfred Schultz und Flugschüler Florian Dahlen aus Eupen.

LVA-Veteran Manfred Schultz im Interview mit BRF-Reporterin Lindsay Ahn (Quelle: Luftsportverein Aachen e.V.)
LVA-Veteran Manfred Schultz im Interview mit BRF-Reporterin Lindsay Ahn (Quelle: Luftsportverein Aachen e.V.)

Florian Dahlen aus Eupen träumt schon lang davon, fliegen zu lernen. Beruflich will er später Pilot werden. Dummerweise liegt das Mindestalter für eine Segelflugausbildung beim vollendeten 14. Lebensjahr.

Also kam er nur wenige Tage nach seinem 14. Geburtstag mit seinen Eltern nach Merzbrück, um sich beim Luftsportverein anzumelden und seine Ausbildung sogleich zu beginnen. Seitdem hat er knapp 20 Schulstarts gemacht am Doppelsteuer mit Fluglehrer gemacht. Als netten Nebeneffekt lernt Florian dabei auch noch Autofahren, denn Flugzeuge müssen zurückgeholt und Windenseile ausgezogen werden.

Das wiederum hat ihm LVA-Veteran Manfred Schultz beigebracht, der an diesem Tag auf der Winde sitzt und dafür sorgt, dass der Nachwuchspilot in die Luft kommt – so, wie Manfreds Vater Helmuth das vor einem Dreiviertel Jahrhundert auf der ersten LVA-Winde nach dem Krieg ebenfalls gemacht hat. Er hatte sie zusammen mit Vereinskameraden in Eigenleistung gebaut (siehe Foto. Die ganze Geschichte vom Windenbau gibt es hier, und von den Anfängen der Fliegerei nach dem Zweiten Weltkrieg hier).

Helmuth Schultz auf der ersten LVA-Winde in den 1950ern, sein Sohn Manfred sitzt heute, 70 Jahre später, wieder auf der Winde (Foto: Günther Lücker. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Manfred fliegt schon seit vielen Jahren selbst nicht mehr. Trotzdem ist er fast jeden Tag auf dem Flugplatz, unterstützt die Jugendlichen im Verein nach Kräften und übernimmt auch schon mal ihre Windenfahrer-Dienste. „Ich weiß ja wie das ist“, lacht er im Interview mit TV-Journalistin Lindsay Ahn, „wenn das Wetter nach Fliegen schreit und man am Boden hocken muss. Da ist man froh, wenn man doch in die Luft kommt. So ist es mir früher ja auch gegangen.“

Seinen allerersten Segelflugstart allerdings konnte Manfred deutlich früher machen als Flugschüler Florian: Im zarten Alter von drei Jahren hockte er auf dem Schoß seines Vaters in einem Schulgleiter SG38 („Aber immerhin einer mit Boot, also mit einer Rumpfverkleidung, so dass ich nicht heraus fallen konnte“).

Der Fernsehbeitrag wird in den nächsten Tagen im Fernsehprogramm des BRF ausgestrahlt. Online ist der Artikel bereits jetzt verfügbar.

Die bewegte Geschichte des LVA umfasst ein ganzes Jahrhundert, von Mitte der 1920er Jahre bis in die Gegenwart. Zur Online-Chronik LVA100 geht es hier entlang.