Christi-Himmelfahrt: Segelflieger über Aachen

23. EuregioCup lockt Leistungspiloten aus ganz Deutschland

Es ist ein traditionsreicher Segelflugwettbewerb, seine Ursprünge reichen über 70 Jahre zurück. Ursprünglich als Aachener Regional-Turnier gedacht, zieht er Jahr für Jahr Segel­flieger aus allen Ecken der Bundesrepublik ins Dreiländereck, ebenso wie aus dem be­nachbarten Ausland – und das immer wieder: Die fünf Tage des EuregioCup auf dem For­schungsflugplatz Würselen-Aachen sind für viele Leistungspiloten ein fixer Termin im Jah­reskalender. Am Himmelfahrts-Wochenende gehen diesmal knapp 50 Piloten an den Start, aus der Aachener Region, dem Ruhrgebiet, Sauerland, vom Niederrhein, aus Bayern, Baden-Würt­temberg und den Niederlanden.

Startaufbau Richtung 07

Nach einem Eröffnungsbriefing tags zuvor, werden die Teilnehmer am Mittwoch, 13. Mai, zu ihrem ersten Wertungsflug starten – gutes Segelflugwetter vorausgesetzt. Das kommt idealer Weise mit Son­nenschein und Schäfchenwolken (für Wetterkundige: Cumuluswol­ken). Am Vormittag beginnt der Aufbau des Starterfeldes in den bei­den Leistungsklassen (die „Hasen“ und die „Igel“). W er beobachten möchte, wie die eleganten Segler von Schleppflugzeugen in die Luft gezogen werden, hat dazu um die Mittagszeit die beste Gelegenheit. Der Start des Wettbewerbsfeldes erfolgt in der Regel zwischen 11 und 13 Uhr. Sind alle Teilnehmer in der Luft, müssen sie die Tages­aufgabe ihrer jeweiligen Klasse lösen.

Die Überlandflieger werden am späten Nachmittag zurück erwartet. Aber auch außerhalb der Sichtweite des Flugplatzes lassen sich die Flugzeuge live verfolgen: Auf der Webseite von WeGlide werden Position, Höhe und Streckenverlauf der Flugzeuge in Echtzeit dargestellt.

Bei den Igeln handelt es sich meist um etwas ältere Flugzeugtypen, die es vor allem Nachwuchs-Piloten ermöglichen, Wettbewerbserfahrung zu sammeln. In der Hasen-Klasse sind die Hochleistungssegler unterwegs und, nun ja, die „alten Hasen“ eben.

Kreisend im Aufwind

Für beide Klassen legt die Wettbewerbsleitung jeweils am Morgen des jeweiligen Wertungstages die Strecken fest, welche die Piloten bewältigen müssen. Je nach Wetter sind das für die Igel-Klasse zwischen 100 und 300 Kilometer, für die Hasen-Klasse üblicherweise 200-400, manchmal bis zu 500 Kilometer. Dafür sind die Flieger pro Wertungstag zwischen 3 und 6 Stunden in der Luft. Um solche Strecken ohne Motorhilfe zu bewältigen, müssen die Piloten immer wieder Thermik finden, Aufwinde, die den Segler in die Höhe tragen, je nach Wetter und Tageszeit bis zu 2000 Meter hoch. Die gewonnene Höhe können die Piloten dann abgleiten und in Strecke umwandeln, bis sie so niedrig sind, dass sie wieder Thermik benötigen, um darin kreisend Höhe zu tanken. Zwischen den einzelnen Aufwinden können schon mal Distanzen von 30 oder 40 Kilometer liegen.

Die Herausforderung im Wettbewerb besteht darin, auf der vorgegebenen Strecke Aufwinde zu finden, innerhalb der Aufwinde möglichst das Zentrum zu suchen und dort zu kreisen, wo es am schnellsten nach oben geht. Da sich die Aufwinde aber eher selten an die Vorgaben der Wettbewerbsleitung halten, gilt es, Aufwinde zu suchen, die möglichst nah an der vorgegebenen Strecke liegen, also eine Ideal-Linie zu finden mit möglichst wenigen Umwegen, um schnell zu den Wendepunkten zu kommen und anschließend wieder nach Aachen zurückzukehren. Eine typische Strecke könnte zum Beispiel von Aachen nach Gerolstein in die Eifel führen, dann bis Radevormwald im Bergischen Land und wieder zurück nach Aachen, knapp 300 Kilometer Luftlinie weit.

Was, wenn die Thermik ausbleibt?