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2019

Wanderzirkus LVA, Teil II

Bauarbeiten zur Verlegung und Verlängerung der Landebahn auf 1100 Meter. Aus der 26 wird die 25 und aus der 08 die 07 (Foto: Rudi Mathar)
Bauarbeiten zur Verlegung und Verlängerung der Landebahn auf 1100 Meter. Aus der 26 wird die 25 und aus der 08 die 07 (Foto: Rudi Mathar)

Beginn der Bauarbeiten am Flugplatz Aachen Merzbrück – und Ende einer (fast) unendlichen Geschichte: Bereits 1968 hatte der Aachener Stadtrat beschlossen, den Flugplatz Merzbrück zum Flughafen auszubauen mit einer 1850 Meter langen Start- und Landebahn. Ruckzuck, 50 Jahre später, rollen denn auch die Bagger.

Vorangegangen war ein zähes Ringen, um politische Zustimmung der beteiligten Städte und Vereine, Finanzierung, europäische Zuschüsse und Bedenken von Anwohnern und der örtlichen Bürgerinitiative. Nun soll eine auf 1100 Meter verlängerte, um 10 Grad geschwenkte Startbahn entstehen. Industriebetriebe sollen angesiedelt, aus Merzbrück ein Forschungsflugplatz werden.

Zwei Jahre liegt der Flugbetrieb in Merzbrück brach. Für die ansässigen Aachener Vereine bedeutet das wieder einmal: befristetes Exil. Der LVA verlegt seinen regulären Schul- und Flugbetrieb nach Bergstein in der Eifel, wo er dankenswerter Weise beim zum Kooperationsverein LSV Düren-Hürtgenwald vorübergehend eine Heimat findet. Einige LVA-Mitglieder fliegen auch in Leverkusen.

Intensiv mit den Plänen für den Umbau von Merzbrück zum Forschungsflugplatz war der einstige LVA-Vorsitzende Rudolf Mathar, Professor und Prorektor für Forschung der RWTH und in den Nuller- und Zehnerjahren Vorsitzender der Fluggemeinschaft Aachen (FGA), des Zusammenschlusses der Flugvereine am Platz.

Die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn, der groß angelegte Ausbau des Flugplatzes insgesamt und die Ansiedlung von Forschung und Industriebetrieben wurde damals längst nicht von allen begrüßt. Gerade in den Segelflugvereinen gab es viele, die Sorge hatten, dass die kommerziellen Interessen Vorrang erhalten und die Hobbyfliegerei als Störfaktor an den Rand oder sogar komplett vom Platz verdrängt werden könnte.

Rudi erinnert sich an viele Diskussionen, die er damals führte: „Ich habe immer gesagt, das ist nicht das Ziel. Der Flugplatz wird allen Zwecken dienen. Wenn es ein Forschungsflugplatz ist, ist er genauso gut fähig, Sportflug zu tragen. Das haben mir nicht alle geglaubt, aber jetzt wissen wir, dass es in der Tat so ist. Der Segelflug hat heute deutlich bessere Möglichkeiten als vorher. Und Segelflug und auch Motorsportflug und Geschäftsreiseflug wird unterstützt durch einen neuen Flugplatz, der viel besser ist als der alte. Es war das Konzept, allen ein größeres, besseres, gemeinsames Zuhause zu bieten, als es damals war.“

Dass sich die Situation am Platz für Sport- und speziell Segelflieger in der Tat deutlich verbessert hat, wurde unter anderem durch die Verlängerung der Landebahn ermöglicht und dadurch die Möglichkeit, im Rahmen des Ausbaus (und im Rahmen des Umbaubudgets) eine Elektrowinde für Merzbrück zu bekommen, sowie auf der Grasstartbahn Perfoplatten zu verlegen, die im Frühjahr und Herbst auch bei weichem Untergrund Starts ermöglichen.