Plastik statt Holz: Eine neue Ära
Taufe des neuen LVA- Hochleistungs-Segelflugzeugs Standard-Cirrus beim 25-jährigen Jubiläum des Vereins auf den Namen „Aachen“

Oberbürgermeister Kurt Malangré nimmt den Taufakt im Aachener Couven-Gymnasium höchstpersönlich vor. „Ich habe Respekt vor diesem schönen Hobby“, lobt das Stadtoberhaupt, nachdem er eine Pulle Schampus über der roten Nase des brandneuen Fliegers entleert hat. „Ich wünsche manchem Politiker jenen Weitblick, den die Piloten aus ihrer Kanzel haben.“ – was man bei solchen Gelegenheiten halt so sagt.
Mit dem Cirrus jedenfalls beginnt eine neue Ära: der konsequente Umbau des LVA-Flugzeugparks Richtung Kunststoffbauweise. Bis dahin waren sämtliche Vereinsflugzeuge in klassischer Holz- oder Gemischtbauweise gefertigt: Ka 6, Ka 7, Ka 8, ein L-Spatz 55, als Motorsegler ein Scheibe-Falke SF25C sowie als Schleppflugzeug Piper PA-18.
In den folgenden Jahren werden die guten alten Holz-Klassiker nach und nach abgeschafft und durch moderne leistungsfähige Glas- und Kohlefaser-Modelle ersetzt. Nur wenige Nostalgiker trauern den alten Schätzchen nach. Die Vorteile liegen auf der Hand: deutlich höhere Leistung, geringerer Wartungsaufwand bei insgesamt größerer Robustheit (vulgo: weniger Bruch).

Bis heute folgen bei den Einsitzern mehrere Jeans-Astir, Astir CS und Discus, LS1, LS 4, LS 6, LS 7, LS 8 und Libelle, bei den Doppelsitzern ASK 21, Twin-Astir, DG500 und DuoDiscus. Bei den Flugzeugen mit eingebautem Lärm-Erzeuger dauert es etwas länge: Der als „Kuh“ verschriene Motorfalke wird 2008 von einer Super Dimona ersetzt (D-KUFP). Bei der Schleppmaschine dauert es sogar bis 2025, bis das treue Arbeitstier Robin DR-400 (Remorqeur) vom brandneuen Ultraleicht Bristell abgelöst wird.
Quellen:
Aachener Nachrichten vom 9.3.1975
Josef Knieper: Von Fliegern, Flugzeugen und Flugplätzen. 74 Jahre Luftsportverein Aachen e.V. (1950-1999), Aachen 2000
