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2022

Aufstieg in die Bundesliga

Seit den Zeiten des ersten internationalen Rhönwettbewerbs auf der Wasserkuppe in den 1930er Jahren kommen zahllose Weltmeister aus der Heimat der Segelfliegerei. Wer in Deutschland vorn dabei ist, darf mit Recht behaupten, auf Weltklasse-Niveau zu fliegen. Dies gilt insbesondere für die Bundesliga, an der sich eine ganze Reihe amtierender und früherer Europa- und Weltmeister aktiv beteiligt. Darüber hinaus ist auch das Wettbewerbsfeld groß: Von den rund 500 deutschen Segelflugvereinen, die beim Ausrichter WeGlide registriert sind, qualifizieren sich die 50 besten für die 1. und 2. Bundesliga. Sich dauerhaft ganz oben zu behaupten, heißt was. Und die Bundesligapiloten des Segelflugzentrums Aachen (SFZ) schaffen das, seit sie 2022 in die 1. Liga aufgestiegen sind. 

Dazu gekommen sind sie zwar nicht wie die Jungfrau zum Kind, aber richtig geplant war ihr Aufstieg in den Segelflug-Olymp im Jahr 2022 auch nicht, erzählt Marko Zettier, der die Aachener Bundesliga-Piloten koordiniert und selbst mitfliegt. Bis dahin waren sie mit eher ohne größere Ambitionen in der 2. Bundesliga mitgeflogen. „Am vorletzten Saison-Wochenende saßen wir vor dem LVA-Clubheim zusammen und ich fragte: ‚Wisst Ihr eigentlich, dass wir kurz davor sind, uns für die 1. Bundesliga zu qualifizieren?‘“ Erstaunte Gesichter in die Runde wurden abgelöst von noch erstaunteren Gesichtern nach einem Blick in die aktuelle Tabelle. Ihnen war klar: Mit der ersten Liga kann es klappen, wenn sie an den beiden letzten Wettbewerbs-Wochenenden ordentlich Gas gegeben. „Und es hat geklappt“, stellt Marko zufrieden fest.

Die Abschlusstabelle für die Bundesligawertung 2026: Das SFZ-Aachen liegt auf dem 7. Platz

Seitdem sind die Ambitionen deutlich gestiegen – vor allem der Ehrgeiz, sich in der ersten Liga nicht nur zu halten, sondern in der Tabelle vorn mitzuschwimmen. Bislang ist ihnen das bis auf die erste Saison jedes Jahr gelungen. 2023 reichte es zunächst für Platz 19 von 25, im Jahr darauf landeten sie schon auf Platz 8, 2025 auf Platz 10 und 2026 auf Platz 7– und das gegen eine starke Konkurrenz aus Süddeutschland.

Das SFZ Aachen ist dabei als einziger von 87 NRW-Vereinen in der 1. Bundesliga vertreten. „Unsere Wetterregion ist sehr anspruchsvoll“, erklärt Marko Zettier dazu. Im SFZ sind drei Aachener Segelflugvereine (LVA, FVA, Nordstern) sowie der Luftsportverein Düren zusammengefasst, was der Unternehmung mehr Masse und Schwung verschafft – und ein wenig den Nachteil ausbügelt, den die geografische Lage hervorbringt. „Unsere Wetterregion ist sehr anspruchsvoll“, erklärt Marko Zettier dazu. „Es gibt ein klares Nord-Süd-Gefälle: Nördlich der Mainlinie dominieren feuchte Mittelgebirge, wie Eifel und Sauerland. Südlich herrscht im Schnitt deutlich besseres Wetter für Streckenflüge. Das lässt sich auch an der Tabelle ablesen. Dazu dann die Nähe zum Alpenraum mit seinen idealen Segelflugbedingungen, was die dort beheimateten Vereine natürlich weidlich ausnutzen.“ So belegen auch in diesem Jahr Vereine aus Bayern und Baden-Württemberg die Spitzenplätze – gefolgt vom Segelflugzentrum Aachen (und dahinter weitere Alpenvereine).

Geflogen wird teils in Teams, teils einzeln, manchmal auch taktisch aufgeteilt, wenn die verschiedenen Wettervorhersagen uneinig sind, wo die besten Strecken liegen: Um die Chancen auf eine gute Wertung zu erhöhen, fliegt ein Team dann zum Beispiel Richtung Ardennen, eine anderes Team ins Sauerland. Der Tagesverlauf zeigt dann, wo die Wahrheit gelegen hat, und welches Team mit höherer Punktzahl in die Wertung eigeht.

Angst davor, dass der Elan irgendwann erlahmt, hat Marko nicht, vor allem, wenn er auf den Nachwuchs blickt. Seit 2023 gibt es auch eine Juniorenliga. Die jungen Leistungspiloten des SFZ schoben sich gleich im ersten Jahr auf den ersten Platz (siehe Chronik-Eintrag hier).