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2015

Gemeinsam nach vorn: Die Ausbildungsgemeinschaft

Die Ausbildung zum Segelflug-Piloten ist eine aufwendige Sache: Schulungsflugzeuge, Fluglehrer, Prüfer, Theorieunterricht, Unterrichtsmaterialien – all das muss bereit gestellt, organisiert und von den ausbildenden Vereinen gestemmt werden. Aus diesem Grund beschließen drei der vier Segelflugvereine in Merzbrück, eine Ausbildungsgemeinschaft zu gründen: Der LVA, die Segelfluggruppe (SFG) Nordstern und die Flugwissenschaftliche Vereinigung (FVA). Zwei Jahre später kommt der Luftsportverein Düren hinzu, der in Bergstein in der Eifel einen eigenen Segelflugplatz mit Windenbetrieb hat.

(Grafik: Luftsportverein Aachen e.V.)

Mehr oder weniger umfassende, bilaterale Vereinbarungen zur gegenseitigen Nutzung von Fluggerät gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten. Sie gehen bis in die 1980er Jahre zurück, wurden allerdings meist nur im Motorsegel-Bereich ausgiebig genutzt. Von nun an aber kann jeder Schüler mit jedem Fluglehrer auf jedem Schulflugzeug eines jeden Vereins schulen. Das stellt den Fluglehrer- und Maschinen-Pool auf eine deutlich breitere Basis, erlaubt mehr Flexibilität und vor allem die Chance für jeden einzelnen Flugschüler, in die Luft zu kommen, auch wenn an diesem Tag vielleicht kein Flugzeug des eigenen Vereins zur Verfügung steht, oder der eigene Fluglehrer ausfällt. Über einen zentralen „Dienstplan“ für Fluglehrer, Startleiter, Windenfahrer und Schlepppiloten wird der Flug- und Schulbetrieb an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet. Außerdem besteht die Möglichkeit beim LSV Düren-Hürtgenwald zu Vereinskonditionen mitten in der Eifel fliegen.

Der Effekt der Zusammenarbeit ist in den folgenden Monaten und Jahren spürbar und sichtbar: Der Ausbildungsbetrieb läuft besser, flüssiger und mit weniger Ausfällen, die Zusammenarbeit der Vereine untereinander wird enger, und weil alle alles gemeinsam machen (müssen), um den Flugbetrieb durchzuführen, interessiert es bald niemanden mehr, wer zu welchem Verein gehört – ein neues Gemeinschaftsgefühl entsteht über die Vereinsgrenzen hinweg, das es so früher nicht gegeben hat.