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1952

21. Juli

Es geht wieder los!

Schulgleiter SG38 am Start. Mangels Hügel mündeten die anfänglichen Gummiseilstarts vermutlich in nicht viel mehr als kleinere Hüpfer (Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)
Schulgleiter SG38 am Start. Mangels Hügel mündeten die anfänglichen Gummiseilstarts vermutlich in nicht viel mehr als kleinere Hüpfer (Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)
OriginalRestauriert
Schulgleiter SG38 am Start. Mangels Hügel mündeten die anfänglichen Gummiseilstarts vermutlich in nicht viel mehr als kleinere Hüpfer (Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Merzbrück wird vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr NRW für Segelflug zugelassen. Die Flugwissenschaftliche Vereinigung (FVA) pachtet das Gelände und beginnt zusammen mit Mitgliedern des LVA und anderen Vereinen, den Schutt der zerstörten Startbahnen zu beseitigen. Eine Halle oder andere Gebäude existieren nicht mehr. Als Provisorium wird eine sogenannte Nissenhütte aufgebaut.

Notunterkunft: Das Gerüst der ersten „Halle“ des LVA konnte noch von ein paar Mann getragen werden. Eine sogenannte Nissenhütte diente zunächst als Stellplatz für Winde und Schulgleiter ( Foto: Luftsportverein Aachen e.V. Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)

Benannt nach dem britisch-amerikanischen Ingenieur und Offizier Peter Norman Nissen, handelt es sich um eine Wellblechhütte in Fertigbauweise mit einem halbrunden Dach, das bis zum Boden reicht, und von einem leichten Holz- oder Metallgerüst getragen wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten solche Hütten oft als Notunterkünfte für Flüchtlinge oder ausgebombte Stadtbewohner. Allerdings sind sie nicht für Segelflugzeuge gemacht, schon gar nicht für aufgerüstete. Das bedeutet, dass sämtliches fliegendes Material an jeden Flugtag morgens auf- und abends wieder abgerüstet werden muss, auch der mit Drähten verspannte Schulgleiter SG38 – ein mühseliges Unterfangen, wie LVA-Mitglied Manfred Schultz zu berichten weiß, müssen Tragflügel und Leitwerk doch aufwendig mit Drähten verspannt werden:

„Man hatte einen Turm oben am Rumpf und daran wurden mit Spanndrähten und Spannschloss die Einstellung vorgenommen. Da stand dann der Fluglehrer davor und musste gucken, dass die Flächen richtig gerade waren. Und dann machten die auch noch immer an den Stahlseilen eine Klangprobe, wie bei einem ein Musikinstrument, die hörten also am Klang, ob das die richtige Spannung hatte. Und wenn das alles in Ordnung war, dann musste der Fluglehrer den ersten Start machen.“

Der Segelflugbetrieb beginnt mangels Winde mit Gummiseilstarts und mangels Hanglage mit bescheiden Hüpfern auf dem Schulgleiter SG38. Der LVA besitzt zu diesem Zeitpunkt kein eigenes Flugzeug, erst 1954 wird das erste eigene Flugzeug angeschafft werden, ein Rhönbussard. Bis dahin sind die Segelflieger angewiesen auf die Mitnutzung des Fluggeräts anderer ansässiger Vereine. Das sind neben der SG38 zwei Baby II b, ein Rhönbussard und ein L- Spatz 55. Wie die in die Luft kommen, ist nicht ganz klar, denn Motorflug und damit Flugzeugschlepps sind noch nicht wieder erlaubt.

Die Nissenhütte ist zu klein, um Flugzeuge aufgerüstet hinein zu schieben. Deshalb muss auch der Schulgleiter SG38 vor jedem Flugbetrieb aufgerüstet werden – ein mühsames Geschäft, müssen Tragflügel und Leitwerk doch aufwendig mit Drähten verspannt werden. Die korrekte Spannung wird von erfahrenen Vereinsmitgliedern durch Klangtest ermittelt: Sie wird wie eine Geigenseite gezupft ( Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)
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Die Nissenhütte ist zu klein, um Flugzeuge aufgerüstet hinein zu schieben. Deshalb muss auch der Schulgleiter SG38 vor jedem Flugbetrieb aufgerüstet werden – ein mühsames Geschäft, müssen Tragflügel und Leitwerk doch aufwendig mit Drähten verspannt werden. Die korrekte Spannung wird von erfahrenen Vereinsmitgliedern durch Klangtest ermittelt: Sie wird wie eine Geigenseite gezupft ( Foto: Luftsportverein Aachen e.V. SW-Original und Farbversion des Bildes KI-bearbeitet)