Erste Segelflüge der Saison: Aachen zu Gast in Leverkusen

Normalerweise beginnt bei uns die Segelflugsaison im März, wenn es langsam wärmer wird und in unseren BReitengraden Thermik entsteht. Dieses Jahr ist aus den bekannten Umständen alles anders. Am Freitag haben wir im Luftsportverein Aachen unsere erste digitale Monatsversammlung abgehalten. Mit fast dreißig Teilnehmern via Videokonferenz hat es erstaunlich gut funktioniert. Und wenn mal jemand vergessen hat, sein Mikrophon auszustellen, kamen ein paar Hintergrundgespräche oder merkwürdige Geräausche zum Vorschein – das hat aber auch niemanden wirklich gestört. Man merkt doch, dass sich langsam jeder an die neuen Kommunikationswege gewöhnt – auch diejenigen, die es nicht täglich beruflich nutzen.

Während des Briefings entsteht über Leverkusen eine Halo durch Lichtbrechung an Eiskristallen.

Die Auflagen für den Sport haben sich in den letzten Tagen ein wenig geändert, sind aber immer noch berechtigterweise sehr streng. Aufgrund der Umbaumaßnahmen kann in Aachen momentan kein Segelflugbetrieb stattfinden, sodass wir ohnehin momentan auf die Gastfreundschaft unserer Nachbarvereine angewiesen sind. Während die Ausbildung in den nächsten Wochen vorrangig in die Eifel an unseren Kooperations-Flugplatz Düren-Hürtgenwald verlegt werden soll, werden die Scheinpiloten (so nennen wir die Piloten mit einer gültigen Fluglizenz) auf mehrere umliegende Flugplätze ausweichen.

Mit dem Duo im Sauerland – leider bei teilweise sehr schlechter Sicht.

Am Samstag war die Wettervorhersage zwar nicht grandios, aber immerhin gut genug, um zumindest einen Werkstattflug (erster Flug nach Wartungs- oder Reparaturarbeiten) durchführen zu können. Mit einer Handvoll Piloten ging es nach Leverkusen (EDKL), wo uns der LSC Bayer Leverkusen e.V. empfing – auch wenn für den dort ansässigen Verein die strengen „Corona-Auflagen“ auch ohne uns viele Herausforderungen mit sich brachte. Schon beim morgendlichen Briefing vor der Segelflugzeug-Halle wurde streng darauf geachtet, dass wir alle mindestens zwei Meter Abstand zueinander einhalten.

Auf dem Rückweg nach Leverkusen kleben für Anfang Mai erstaunlich viele Mücken auf den Flächen. Das wird eine längere Wasch-Aktion!

Das Wetter stellte sich im Laufe des Tages als deutlich besser als erwartet heraus: Unser Werkstattleiter Jürgen konnte mit unserem Duo Discus einen ausgedehnten Werkstattflug machen und die teilweise neuen Instrumente prüfen und einstellen. Nach Desinfektion aller Bedienlemente war auch ein weiterer, etwas längerer Streckenflug möglich, der die Piloten über Bergisches Land und Sauerland führte. Dank guter Steigwerte (und einer Konvergenz an der Nordhelle) konnte in zweieinhalb Stunden immerhin eine Strecke von über 200 Kilometern geflogen werden – und das aus der Winde.

Noch ein Eis auf dem Flugplatz, bevor es mit den Flugzeugen wieder zurück nach Aachen geht!

An diesem „ersten Flugtag“ der Saison lag unser Fokus darauf, Fluggerät und Fluglehrer zu „überprüfen“. Wir haben eine vereinsinterne Regel, die zum Saisonbeginn einen Überprüfungsflug durch einen Fluglehrer vorgibt, um auch nach der langen (dieses Jahr ungewöhnlich langen) Winterpause einen sicheren Flugbetrieb gewährleisten zu können. Bald dürfen dann auch wieder die Schüler fliegen!

Wir danken den Leverkusenern ganz herzlich, dass sie uns an diesem Wochenende „Asyl“ gewährt haben. Den Samstagabend haben wir bei einem Eis (ohne Maske, aber in ausreichend Enfernung) ausklingen lassen.

Die Luftraumstruktur in Leverkusen, nördlich der Kontrollzone von Köln und südlich von Düsseldorf gelegen, ist deutlich komplexer als die in Aachen.
Das Variometer zeigt erfreuliche Steigwerte an. Man vergisst zwischendurch, dass es schon Mai ist und dieser Monat oft das beste Segelflugwetter des Jahres bietet.